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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

«Wir müssen raus aus der Komfortzone und uns für die Zukunft fit machen»

Handelt gerne proaktiv: Interview mit Stefan Studer, Geschäftsführer Angestellte Schweiz, über die Forderungen der Post-Corona-Zeit.

Herr Studer, viele Angestellte bangen derzeit ernsthaft um ihre Arbeitsstellen während Sie mit dem CV-Booster bessere Aussichten versprechen. Wie kann eine Software-Anwendung angesichts von Massenentlassungen und Strukturwandel konkrete Abhilfe leisten?

Stefan Studer: Indem sie uns die Augen öffnet und neue Perspektiven aufzeigt. Nur wer seine Situation umfassend analysiert, kann Massnahmen treffen, die seine Lage verbessern. Die Beschäftigten dürfen jetzt nicht in die Angststarre verfallen. Vielmehr sollten sie nach vorne schauen und sich neu orientieren. Wir ermutigen unsere Mitglieder mit dem CV-Booster dazu, sich gezielt weiterzubilden.

Und dabei soll künstliche Intelligenz (KI) eine Hilfe sein? 

Ja, der CV-Booster kann dank KI die Arbeitsmarkttauglichkeit umfassender auswerten als ein einzelner Mensch. Die Software des CV-Boosters analysiert die aktuellen Stellenangebote und vergleicht diese mit der Arbeitsmarkttauglichkeit der jeweiligen Arbeitskraft. Sie macht entsprechende, individuell abgestimmte Upskilling-Vorschläge. Das schliesst die offiziell anerkannten berufs- und akademischen Weiterbildungen wie auch die wichtigsten Angebote von Privatunternehmen ein.

Was nützt das einem ganz konkret?

Wer den CV-Booster nutzt, spart viel Zeit und Aufwand bei einer Neuorientierung und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit. Wir geben unseren Mitgliedern so einen Kompass in die Hand, mit dem sie konkret planen können. Sie sehen mit wenigen Klicks, welche neuen beruflichen Positionen sie damit erreichen können.

Internationale Grosskonzerne arbeiten mit derselben Matching-Technologie, um Upskilling-Programme für ihre Belegschaften zu planen...

... Ja, bislang war die Technologie den Teppichetagen vorbehalten. Wir holen sie jetzt exklusiv zu den einfachen Angestellten. Es freut mich, dass dieses Wissen, das sich bislang nur namhafte Konzerne leisten konnten, nun auch unseren Mitgliedern zur Verfügung steht. Aber wir werden noch einen entscheidenden Schritt weitergehen und mit dem CV-Booster und dem Post-Corona Economic Dashboard bei Unternehmen in Verhandlungen treten. Wir wollen mit ihnen zusammen vorausschauend handeln. Bevor es überhaupt zu Massenentlassungen kommt, kann man via Matching-Technologie vorzeitig in Prozesse eingreifen, also in den Unternehmen aktiv werden. Wir werden also als Interessensvertretung von den Angestellten dafür sorgen, dass diese innerhalb ihrer Unternehmen ein Upskilling erfahren. Denn via Aus- und Weiterbildung haben wir auf dem Arbeitsmarkt den grössten steuerbaren Einfluss, um eine bessere Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage zu erzielen.

Ihr Verband will also lieber mit den Unternehmen zusammenspannen anstatt gegen sie zu protestieren?

Wir setzen auf zeitgemässe Instrumente, gehen nicht auf die Strasse. Unsere Mitglieder benötigen keine Megaphone, um auf sich aufmerksam zu machen, sondern moderne Tools. Wir unterstützen sie mit Wissensarbeit, bieten konkrete Antworten auf aktuelle und künftige Herausforderungen. Der CV-Booster zeigt, wie und wo man frühzeitig aktiv werden kann.

Viele Beschäftigte haben keine Zeit oder Kraft für eine Weiterbildung. Kann man die aktuelle Krise auf dem Arbeitsmarkt nicht auch einfach aussitzen?

Es findet ein Paradigmen-Wechsel statt. Momentan werden viele Arbeitnehmende wachgerüttelt. Nun gilt es, zu handeln und die Zeit gut zu nutzen. Die Pandemie ist zwar noch nicht vorbei, aber die Post-Corona-Zeit ist auf dem Arbeitsmarkt angebrochen. In den heutigen Stelleninseraten werden die Leute gesucht, die man nach der Pandemie brauchen wird. Wir müssen jetzt aus unserer Komfortzone hinaustreten und uns fit machen für die Arbeitswelt von morgen. Der CV-Booster zeigt auf einem Blick, dass viele Weiterbildungsangebote auch online und nebenberuflich machbar sind. Dass in gewissen Fällen schon ein knappes, gezieltes Upskilling die Arbeitsmarkttauglichkeit markant verbessert.

Die Digitalisierung schreitet in allen Branchen voran. Muss man sich nun zwingend in digitalen Bereichen weiterbilden, auch wenn einem das gar nicht liegt?

Es lohnt sich gewiss, in den Erwerb digitaler Fähigkeiten zu investieren. Aber das allein ist nicht ausschlaggebend. Nebst High-Tech-Skills sind zunehmend auch zwischenmenschliche Fähigkeiten, Softskills, starke Werte und soziale Diversität gefragt. Es lohnt sich also auch, seinen persönlichen Reifegrad weiter zu entwickeln.

Der Arbeitsmarkt verlangt derzeit viel Flexibilität und Eigeninitiative von den Angestellten. Sind die guten alten Zeiten vorbei?

Es bringt nichts, dem Vergangenen nachzutrauern und angesichts von Veränderungen immer nur die Schwierigkeiten vor Augen zu haben. Unser Verband will vielmehr mutig nach vorne schauen, neue Chancen aktiv mitprägen: Wenn zum Beispiel unproduktive Routinetätigkeiten durch hochwertige Arbeitsplätze ersetzt werden, ist das eine Verbesserung für die Mitarbeitenden – sofern die Unternehmen sie mittels Upskilling an Bord behalten. Wenn Beschäftigte wiederum ihr Upskilling selbst in die Hand nehmen, erleben sie eine neue Dynamik, die ihnen den Rücken stärkt. Dank dem CV-Booster verbessern sie gezielt ihre Qualifikationen. Salopp gesagt: Ich sehe viele Vorteile darin, seinen CV zu pimpen und damit weiter zu kommen.

Montag, 26. Okt 2020

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