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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

CAS Agile Interessenvertretung der Arbeitnehmenden

Werde Arbeitnehmervertreter*in mit Fachhochschuldiplom!

Arbeitnehmervertreter*innen nehmen in den Betrieben die Interessen der Angestellten gegenüber der Geschäftsleitung wahr. Diese wichtige Aufgabe ist anspruchsvoll und die Anforderungen und Komplexität steigen stetig. Eine vertiefte und umfassende Ausbildung der Arbeitnehmervertreter*innen ist darum zentral. Mit dem neuen Fachhochschul-Lehrgang „CAS Agile Interessenvertretung der Arbeitnehmenden“ professionalisieren Angestellte Schweiz und die Fachhochschule Nordwestschweiz die innerbetriebliche Mitwirkung.

„Es wird immer wichtiger, dass sich Arbeitnehmervertreter*innen auf Augenhöhe mit den Geschäftsleitungen und Managementteams austauschen können.“ Dies sagt Alexander Bélaz, Präsident von Angestellte Schweiz. Er weiss aus eigener Erfahrung: „Die Anforderungen an die Arbeitnehmervertreter*innen sind stetig gestiegen, die Komplexität in der Arbeitswelt hat zugenommen.“ Die Arbeitnehmervertreter*innen benötigen darum heute „vertiefte Kenntnisse in vielen Bereichen.“ Gleichzeitig erhalten diese Personen oft nicht die Anerkennung, die sie verdienen, stellt Pierre Derivaz, Verantwortlicher für kollektives Arbeitsrecht und Sozialpartnerschaft bei Angestellte Schweiz, fest.

Ausbildung professionalisieren

Für Angestellte Schweiz war darum klar: Zur Stärkung der Sozialpartnerschaft muss die Ausbildung der Arbeitnehmervertreter*innen professionalisiert, aufgewertet und zukunftsfähig gemacht werden. Dazu suchte Angestellte Schweiz eine Partnerinstitution und fand sie in der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).

„Das neue Angebot soll als Erweiterung und Ergänzung zu unserem Angebot verstanden werden“, betont Alexander Bélaz. Bisher wird die Ausbildung von Arbeitnehmenden-Organisationen wie Angestellte Schweiz oder gemeinsam von Sozialpartnern (z.B. in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie) angeboten. Die Kurse bestehen aus Modulen von einem oder wenigen Tagen. Diese Angebote sind ideal als Einstiegs- und Grundausbildung für das Amt der Personalvertretung. Sie bleiben weiterhin im Programm von Angestellte Schweiz.

Der neue Fachhochschul-Lehrgang „CAS Agile Interessenvertretung der Arbeitnehmenden“ ist wesentlich breiter und geht tiefer. Damit ist er die Antwort an die gestiegenen Herausforderungen in der modernen Arbeitswelt. Pierre Derivaz vergleicht den neuen CAS-Lehrgang und die Kurse von Angestellte Schweiz mit einem Bild aus der Weinwelt: „Unsere Kurse sind wie sehr feine Weine, die zu jedem Abendessen passen. Der CAS-Kurs ist ein Fass gefüllt mit lagerfähigem Bordeaux.“ Auf keinen der Weine möchte man verzichten.

CAS bedeutet „Certificate of Advanced Studies“ (auf Deutsch in etwa: Zertifikat für höhere Studien). Wer den Lehrgang abschliesst, „erhält ein akademisch anerkanntes Diplom“, freut sich Pierre Derivaz. Dieses ist auch in das europäische Kreditpunktesystem eingebunden. Das „gewährleistet die Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse“, sagt Professorin Sibylle Bühler Rogger. Sie ist bei der FHNW die Programmleiterin des neuen Lehrgangs. Ein weiterer Vorteil des CAS ist die Möglichkeit, es sich als Bestandteil eines modular aufgebauten Weiterbildungsmasters (MAS) anrechnen zu lassen – unter der Voraussetzung, dass die Aufnahmebedingungen erfüllt sind.

Ein CAS hat in der Unternehmenswelt natürlich ein anderes Gewicht als eine Bestätigung eines zweitägigen Kurses von Angestellte Schweiz – auch wenn diese Kurse durchaus grosse Anerkennung geniessen.

Perfekte Partner

Die Fachhochschule Nordwestschweiz und Angestellte Schweiz sind die idealen Partner für das neue Angebot. „Die Idee einer Kooperation mit Angestellte Schweiz im Rahmen eines CAS entstand auf der Basis der langjährigen und für beide Seiten wertvollen Zusammenarbeit zu unterschiedlichen Themen“, sagt Sibylle Bühler Rogger. Beide Partner bringen ihre Erfahrungen und Fachkenntnis ein. Prof. Bühler Rogger: „Wir können auf die Expertise und die Kompetenzen unserer Dozierenden in den Kerngebieten von Personalmanagement und Organisation zurückgreifen. Diese sind Personalmanagement, Führung, Changemanagement und Bildungsmanagement.“ Der interdisziplinäre Ansatz trage dazu bei, „dass die Teilnehmenden in Verhandlungen und Gesprächen als kompetente Partner*innen wahrgenommen werden, die in der Lage sind, ihren jeweiligen Standpunkt präzise zu vertreten und so konstruktive Lösungen herbeizuführen“.

Pierre Derivaz von Angestellte Schweiz wird im neuen CAS-Lehrgang Referent sein. Er steuert sein Know-how im Arbeitsrecht und bezüglich Gesamtarbeitsverträge bei. Seine Praxiserfahrung wird dafür sorgen, dass anhand alltagsnaher Szenarien geschult und geübt wird. Rechtsanwalt Derivaz erwartet durch die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule einen positiven Effekt auch auf die Kurse von Angestellte Schweiz. Sie „werden noch besser werden, weil wir durch den Austausch mit der FHNW viel lernen“.

Sibylle Bühler Rogger weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: „Die professionelle Zusammenarbeit von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite schafft auch einen Mehrwert für das Unternehmen.“

Sich in die Rolle finden

Die Vielzahl an Referentinnen und Referenten ermöglicht es, ein sehr breites Spektrum an Themen abzudecken, von der Interpretation von Geschäftsberichten über Verhandlungs- und Kommunikationskompetenz bis zum Arbeitsrecht und Stressmanagement.

„Gewählte Arbeitnehmervertretungen befinden sich in ihrer Tätigkeit in einem grossen Spannungsfeld zwischen den Wünschen der Mitarbeitenden, der Geschäftsführung, der Human Resources, den Arbeitnehmerorganisationen sowie weiteren Anspruchsgruppen“, erklärt Sibylle Bühler Rogger. „Daher wird grosser Wert auf die Rollenklärung und die Schärfung des Rollenverständnisses gelegt.“ Diese Ausrichtung des neue CAS-Lehrgangs stellt sicher, dass sich die Teilnehmenden in ihre Rolle als Arbeitnehmervertreter*in finden. Dabei hilft auch, dass sich das Programm über den Zeitraum eines Jahres erstreckt. Teilnehmer*innen haben so viele Gelegenheiten, das Erlernte in der Praxis zu üben, anzuwenden, zu vertiefen und sich darüber mit anderen Teilnehmenden und den Referent*innen auszutauschen.

Seitens der Arbeitgebenden werde eine längerdauernde Hochschulausbildung als höherwertig eingestuft als ein „loses Bündel“ von diversen, in sich nicht geschlossenen Weiterbildungstagen, ist Professorin Bühler Rogger überzeugt.

Unverzichtbare Partner*innen

„Mit einem Mix aus Theorie und Praxis sollen die Teilnehmenden unterstützt werden, ihre Rolle zu finden, zu leben und sich in ihr zu verwirklichen – und möglichst nach Ablauf der Amtszeit erneut für das Amt zu kandidieren. So werden sie zu unverzichtbaren Partner*innen der Geschäftsleitungen.“ Mit diesen Worten fasst Alexander Bélaz das Ziel von Angestellte Schweiz für das neue Angebot zusammen. Er ist überzeugt: „Mit diesem innovativen neuen Produkt bauen wir unsere starke Position als verlässliches Kompetenzzentrum für die Weiterbildung von Arbeitnehmervertretungen aus.“

Der künftige CAS-Referent Pierre Derivaz hat sich noch ein ganz persönliches „Geheimziel“ gesetzt: „In einigen Kursen, die ich gebe, ist jedes Fallbeispiel an eine Szene aus James Bond angelehnt. In anderen Kursen dreht sich alles um Songs von Billie Eilish. Wenn mir die Zeit reicht, möchte ich gerne eine zusätzliche Ebene mit Referenzen auf die Pop-Kultur einbauen.“

Hast du dir schon mal überlegt, Arbeitnehmervertreter*in zu werden? Bist du es schon und möchtest dein Wissen verbreitern und vertiefen? Jetzt hast du ganz viele Gründe dafür, es zu tun!

Hansjörg Schmid

Hier geht es zur Ausschreibung des „CAS Agile Interessenvertretung der Arbeitnehmenden“

Dienstag, 31. Mai 2022

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