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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Investieren statt den Kopf hängen lassen

Am 21. April bestätigte BAKBASEL seine Wachstumsprognosen für 2016 und die folgenden Jahre. Für die Industrie wird das laufende Jahr allerdings nochmals schwierig werden. Sie hat aber die Mittel, um die Schwierigkeiten zu meistern und sich für die Zukunft zu rüsten.

Die Aufhebung der Franken/Euro-Mindestuntergrenze habe in der Industrie 42 000 Stellen gekostet. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich publizierte Untersuchung des Politologen Thomas Lo Russo. Eine erschütternde Zahl. Zum Jahresbeginn sprach der Präsident von Swissmem, Hans Hess, von 10 000 Stellen, die 2015 in der MEM-Industrie (Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie) abgebaut wurden – vier Monate später spricht man nun von 30 000 mehr.

Die Konjunkturaussichten stimmen auch nicht euphorisch. Die Konjunkturforscher von BAKBASEL prognostizieren für die Maschinen-, Elektro und Metallindustrie (MEM) einen erneuten Rückgang der Bruttowertschöpfung um 0,2 Prozent. BAKBASEL hat die Prognose seit dem Herbst 2015 stark nach unten korrigiert, damals ging man noch von einem Wachstum der Bruttowertschöpfung von 0,7 Prozent aus.

Die Angestellten Schweiz setzen sich aktiv gegen Abmagerungskur ein

Dass die Situation für die MEM-Industrie schwierig ist, können die Regionalsekretärin und die Regionalsekretäre der Angestellten Schweiz nur bestätigen. „Im Moment laufen mehrere Konsultationsverfahren im Zusammenhang mit Massenentlassungen. Die Industrie macht eine Abmagerungskur.“ Dies erklärt Astrid Beigel, Regionalsekretärin bei den Angestellten Schweiz. Die Angestellten Schweiz wirken aktuell intensiv in sieben Konsultationsverfahren mit. In der gegenwärtigen Krisensituation können die Regionalsekretäre der Angestellten Schweiz ihre Arme nicht verschränken. Es ist besonders wichtig, den Arbeitnehmervertretern eine aktive und professionelle Unterstützung zu bieten.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Hilfe der Angestellten Schweiz“, betont Hansruedi Neukomm, Mitglied der Arbeitnehmervertretung von sia Abrasives. Die langjährige Erfahrung und das umfassende Wissen von Alois Düring, Regionalsekretär für die Ostschweiz, werden dabei besonders geschätzt. Alle Regionalsekretäre setzen sich aktiv dafür ein, dass die Konsequenzen der Restrukturierungen und Auslagerungen abgefedert werden können. „Die besten Lösungen für die Betroffenen zu finden hat absolute Priorität. Um dies zu erreichen, arbeiten wir intensiv mit den Arbeitnehmer-Vertretungen zusammen“, fügt Astrid Beigel hinzu.

Die Trümpfe der Schweizer Wirtschaft

Der starke Franken ist nicht der einzige Grund für die Abmagerungskur. Die Industrie ist auch unterwegs zur Industrie 4.0, was ebenfalls einen Strukturwandel nach sich zieht.

Die Roboterisierung und der zunehmende Einsatz von Algorithmen wirken sich stark auf die Arbeitsplätze und die Angestellten in der Industrie aus. Für die Industrie 4.0 sind neue Fähigkeiten und neues Wissen gefragt. Sich diese Fähigkeiten und dieses Wissen anzueignen, sollte für die Schweizer Unternehmen und ihre Angestellten kein Problem darstellen, sie verfügen über die notwendigen Instrumente.

Dank unseres hervorragenden Bildungssystems können die Unternehmen in der Schweiz auf bestens qualifizierte Arbeitskräfte zugreifen. Es ist wichtig, hier weiter zu investieren und das Bildungssystem damit zu stärken, ganz besonders die Berufsbildung. Nur so wird die Schweizer Wirtschaft weiterhin von gut gebildeten und qualifizierten Arbeitskräften profitieren können.

Gute Bedingungen für die Forschung

Investitionen in die Forschung und Entwicklung sind ebenso angezeigt – sie sichern die Innovationskraft. Der Bundesrat hat einen Schritt in die richtige Richtung unternommen, indem er Spezialmassnahmen der Kommission für Technologie und Innovation zugestimmt hat. Er möchte die von der Frankenproblematik besonders betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit 61 Millionen Franken unterstützen. Innovation ist ein probates Mittel, um dem starken Franken zu begegnen.

Eine Studie des Swiss Finance Institute zeigt auf, dass mit dem Schock der Aufhebung der Mindestuntergrenze konfrontierte Unternehmen vor allem mit einer starken Reduktion der Investitionen und einer Verlagerung der Produktion reagieren. „Wir haben in der Schweiz aber viel Know-how und gute Rahmenbedingungen, welche der Industrie eine sichere Zukunft garantieren“, sagt Astrid Beigel. „Die Arbeitgeber dürfen das nicht vergessen.“

Virginie Jaquet

 

Mittwoch, 04. Mai 2016

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Branchenmonitor der MEM-Industrie

Sie finden den aktuellen Branchenmonitor für die MEM-Branche des Konjunkturforschungsinstituts BAKBASEL auf der Website der Angestellten Schweiz.