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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Thomas Feierabend ist neuer Präsident der Angestellten Schweiz

„Die Angestellten Schweiz sollen unverzichtbar werden“

Stabwechsel an der Spitze: Mit Thomas Feierabend übernimmt ein profunder Kenner der Arbeitnehmerorganisationen das Präsidium der Angestellten Schweiz. Lesen Sie das Interview.

Thomas Feierabend, Präsident der Angestellten Schweiz Thomas Feierabend, Präsident der Angestellten Schweiz

Thomas Feierabend, Sie sind in einer schwierigen Zeit zum neuen Präsidenten der Angestellten Schweiz gewählt worden – es besteht ein Konflikt mit der Unia und tendenziell sinken die Mitgliederzahlen. Warum nehmen Sie das auf sich?

Mich faszinieren anspruchsvolle Aufgaben, und wenn ich Beiträge zu Lösungen leisten kann, entspricht dies meinen beruflichen Aktivitäten und Hintergründen. Für die angesprochenen Schwierigkeiten werden wir in jedem Fall eine gute Lösung finden.

Sie kennen die Angestellten Schweiz als Berater schon lange. Was gefällt Ihnen am Verband?

Mir gefallen die professionelle Arbeit im Rechtsdienst, bei den Dienstleistungen und in der Betreuung der Mitgliederorganisationen. Besonders positiv ist die Philosophie der Arbeitnehmervertretung vor Ort und in der Firma, fernab von politischen Aktionen und Aufruhr.

Die Angestellten Schweiz setzen auf eine lösungsorientierte Sozialpartnerschaft. Wie stehen Sie dazu?

Es ist der einzig erfolgreiche Weg sich für die Arbeitnehmenden einzusetzen. Dazu zählt vor allem auch die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen.

Welche Ziele haben Sie mit dem Verband?

Die Angestellten Schweiz sollen sich langfristig noch stärker als Kompetenzzentrum von Arbeitnehmervertretungen in den Firmen profilieren – oder anders formuliert: Keine Arbeitnehmervertretung kann ohne die professionelle Beratung und Begleitung von uns auskommen. Die Angestellten Schweiz sollen unverzichtbar werden, was schlussendlich neue Mitglieder bringen soll. Schliesslich will ich die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen entwickeln und verstärken.

Welche politischen Dossiers sind für Sie zurzeit die brennendsten?

Die Sicherung der Sozialwerke, sprich die Altersvorsorge 2020, und die aktive Entwicklung des Generationenvertrags. Der demografische Wandel birgt viel soziale Sprengkraft. Brennend ist natürlich das Europa-Dossier: Die Schweiz ist als Insel nicht zukunftsfähig. Wir sind abhängig von unseren Nachbarländern, von der globalen Wirtschaft und Gesellschaft. Wir müssen einen Weg finden zwischen Öffnung und Bewahrung der eigenen Kultur.

Wie ist Ihre Position zur Arbeitszeiterfassung?

Als Berater rate ich allen – auch dem Kader – ihre Arbeitszeiten zu notieren. Eine Arbeitszeiterfassung ist grundsätzlich notwendig. Sie kann ein wichtiger Beitrag zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance sein. Konkret: Wer seine Arbeitszeit klar erfasst, ist sich bewusster, wieviel Zeit er für den Job aufwendet.

Wie stehen Sie zu Mindestlöhnen?

Die Arbeitnehmenden sollen selbstverständlich einen angemessenen Lohn erhalten. Dieser soll mehr als existenzsichernd sein. Trotzdem unterstütze ich eine generelle Einführung von Mindestlöhnen nicht. Zu heterogen ist die Situation in der Schweiz – im Tessin herrschen andere Gegebenheiten als in Zürich. Es braucht deshalb Löhne spezifisch nach Branche, Region und Betrieb.

Wo sehen Sie die Angestellten Schweiz in zwei Jahren, wenn Ihre Legislatur abgelaufen ist?

Bis dahin werden die aktuellen Probleme gelöst sein. Die Angestellten Schweiz können sich sodann mit neuem Elan der von den Delegierten vor rund zwei Jahren beschlossenen Wachstumsstrategie zuwenden.

 

Interview: Hansjörg Schmid, Reto Liniger

 

Zur Person

Seine in Verbänden gesammelten Erfahrungen machen Thomas Feierabend zum ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet. Er arbeitete unter anderem acht Jahre als Verbandssekretär der Gewerkschaft des christlichen Verkehrspersonals (GCV), einer Vorgängerorganisation der Gewerkschaft transfair. Und war als Zentralsekretär /-kassier Mitglied der Geschäftsleitung der Christlichen Gewerkschaft für Industrie, Handel und Gewerbe in Winterthur (CMV/FCOM), die Vorgängerorganisation der Syna. Seit 1997 ist Thomas Feierabend selbständig im Organisationsmanagement. Feierabend verfügt über ein Diplom in NPO-Management und einen Bachelor in Business Administration. Er ist verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder.

Thomas Feierabend stand den Angestellten Schweiz schon wiederholt als Berater zur Verfügung. Er kann darum beim Verband gleich mit Vollgas starten.

Freitag, 12. Jun 2015

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Die Mitglieder des Vorstandes der Angestellten Schweiz