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Der jüngste Absolvent der Hochschule für Wirtschaft in Zürich

Amiro von Rohr (14 Monate) erhielt kürzlich von der HWZ die Auszeichnung als jüngster Absolvent des CAS Next Generation Leadership. Wie es dazu kam, erzählt seine Mutter Raphaela von Rohr im Apunto Interview.

Frau von Rohr, Sie machen gerade einen Master in Business Transformation an der HWZ und durften im Zuge dieser Entwicklung Ihren Sohn mit in die Fachhochschule nehmen. Erzählen Sie uns, wie es dazu kam …

Als Mutter, Studentin und Arbeitnehmerin ist es jeweils eine Herausforderung, allen Ansprechgruppen gerecht zu werden. Und wenn da in diesem Zahnrad etwas nicht wie vereinbart klappt, sorgt dies für organisatorische Challenges. Normalerweise kümmern sich meine Schwiegereltern während des Studiums um Amiro. Da beide jedoch im Herbst eine grössere Operation gehabt hatten, waren sie gesundheitlich nicht fit genug, um auf ihren Enkel aufzupassen. Ich klärte dann mit der Kita ab, ob ich einen Zusatztag nehmen könnte, was aufgrund der hohen Auslastung nicht möglich war. So war für mich klar, dass ich mit Amiro zu Hause bleiben werde. Als ich mich beim Dozenten Matthias Mölleney entschuldigen wollte, fragte er nach dem Grund meiner Abwesenheit. Daraufhin meinte er: «Nimm doch Dein Kind einfach mit!?!». Nachdem wir in der Klasse eine kurze Umfrage/Abstimmung gemacht hatten, war das Resultat klar: Amiros erster Schultag stand bevor :)

Wie hat das geklappt mit Ihrem Sohn?

Es war amüsant, stressig und schön zugleich. Amüsant insofern: Als Matthias während des Unterrichts fragte: «Wollt ihr das so machen?», stand Klein Amiro mit erhobenen Armen auf und sagte lautstark: «Jaaaaaaa». Das führte zu einem grosser Lacher in der Klasse. Stressig war es insofern, als dass ich einerseits sicherstellen wollte, dass Amiro nicht den Unterricht stört, und anderseits wollte ich vom Unterricht auch etwas mitbekommen. Aber das ist halt so, wenn man zwei Rollen zur gleichen Zeit besetzen muss.

Wie haben Ihre Kommilitonen darauf reagiert?

Herzergreifend! Es war schön, zu sehen, wie Amiro vom Umfeld wahrgenommen wurde und wie die Kommilitonen ihn mit offenen Armen empfangen haben. Ein Kollege hat sogar extra noch kleine Fahrzeuge mitgenommen, damit Amiro sich beschäftigen konnte.

Wie fand es Ihr Sohn im Unterricht?

Ich glaube, er genoss es, im Mittelpunkt zu stehen und «auf Händen getragen zu werden». Aber die Vielzahl an Eindrücken machte sich dann am Nachmittag spürbar. Ich ging dann raus an die frische Luft spazieren (was auch mir guttat).

War Ihr Dozent am Ende des Tages immer noch von der Idee überzeugt, ein Kleinkind mit in die Fachhochschule zu nehmen?

 Ja, definitiv. Er kam dann am Folgetag auf mich zu und meinte: «Raphaela, Du hast die gestrige Präsenzliste nicht korrekt ausgefüllt.» Er hat zusätzlich den Namen Amiro von Rohr aufgelistet. Als ich dies ergänzte, überreichte er mir das Diplom voller Stolz.

Was haben Sie für Tipps für andere Mütter, die vielleicht mal die gleiche Gelegenheit erhalten?

«Probieren geht über Studieren», manchmal muss man Dinge einfach wagen, denn nur so kann man rausfinden, ob es wirklich klappt. Auf Biegen und Brechen muss es jedoch auch nicht erzwungen werden. Kinder signalisieren ja sehr stark, wie viel sie ertragen können. Sollte es nicht funktionieren, gibt es keinen Grund, enttäuscht zu sein. Man ist um eine Erfahrung reicher, so wie Amiro und ich es jetzt sind.

Das Interview führte Ariane Modaressi

 

Vonrohr Raphaela Profil HR Campus

 

Zur Person: Raphael von Rohr, 33, aus Stansstad, NW arbeitet im Sales bei HR Campus. Neben ihrem Job absolviert sie gerade einen Master für Business Transformation bei der HWZ, an dem sich ihr Arbeitgeber beteiligt.

Wenn sie nicht gerade ihren einjährigen Sohn Amiro bespasst, geht sie am liebsten Wandern, Skifahren, Shoppen und Wellnessen. Sie liebt gute Gespräche und lustige Gesellschaft.

Dienstag, 19. Mai 2020

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