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50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz

Das Landesmuseum Zürich schaut mit einer Sonderausstellung auf den Kampf für die Menschen- und Bürgerrechte der Frauen von der Aufklärung bis in die Gegenwart.

 

Über 200 Jahren dauerte das an- und abflauende Ringen um Frauenrechte in der Schweiz an. Die Ausstellung «50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz« im Landesmuseum dokumentiert die wichtigsten Etappen dieses Ringens!

Die Anfänge dazu finden sich in Frankreich, als die französische Nationalversammlung am 26. August 1789 die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte verkündet. Sie ist geprägt vom Gedankengut der Aufklärung und hält erstmals das Recht auf Freiheit, das Recht auf Eigentum, das Recht auf Sicherheit und das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung fest. Die Erklärung billigt diese Rechte allen Menschen zu, konkret gemeint sind aber ausschliesslich freie Männer, obwohl gerade auch Frauen während der Revolution für gleiche Rechte kämpfen.

Mitbestimmungsrecht nur für Wehrdienstleistende

Rund 50 Jahre später tritt in der Schweiz die moderne Bundesverfassung in Kraft. Sie schreibt die Rechtsgleichheit für alle christlichen Schweizer fest, schliesst jedoch die Frauen aus. Als Argument wird unter anderem vorgeschoben, dass nur wer Wehrdienst leiste, auch ein politisches Mitbestimmungsrecht besitze. So benachteiligt auch der junge Schweizer Bundesstaat Frauen rechtlich auf allen Ebenen: in der Politik, im Alltag, in der Bildung und in der Arbeitswelt. Die Gesellschaft nimmt die Frau noch nicht als selbstbestimmendes Individuum wahr, sondern stets im Verhältnis zu einem Mann: Sie ist Mutter, Ehefrau, Schwägerin oder Tochter.

Die Schweizerinnen bleiben sehr lange von politischen Rechten ausgeschlossen und im Zivilrecht benachteiligt. Der lange Kampf zur politischen Gleichberechtigung beginnt sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts abzuzeichnen. Er ist gepflastert mit unzähligen Vorstössen, gescheiterten Abstimmungen und Demonstrationen. Immer wieder schaffen sich Frauen Handlungsspielräume, die sich später wieder schliessen.

1971 – vor genau 50 Jahren – wird das Frauenstimmrecht endlich Realität. Zehn Jahre später werden Frauen und Männer auch in der Verfassung gleichgestellt. 1996 folgt das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann, welches jegliche Art von Diskriminierung im Erwerbsleben verbietet.

Neben bedeutsamen Leihgaben aus Schweizer Institutionen präsentiert die Ausstellung im Landesmuseum Zürich noch bis zum 18. Juli 2021 herausragende Zeugnisse aus internationalen Sammlungen. Audiostationen geben zahlreichen Frauen aus der Geschichte eine Stimme und laden dazu ein, bei den Debatten der jeweiligen Zeit «mitzuhören». Zwei bedeutende Installationen der Künstlerin Pipilotti Rist (siehe Titelfoto) bilden den Auftakt und den Schluss der Ausstellung und geben ihr einen künstlerisch-installativen Rahmen. 

 

Ariane Modaressi

 

Schweizerisches Nationalmuseum

Landesmuseum Zürich

Museumstrasse 2

8021 Zürich

T. +41 (0)44 218 65 11

info@nationalmuseum.ch

www.landesmuseum.ch

Freitag, 02. Apr 2021

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