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Optimale wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sind zentral für eine erfolgreiche Pharmabranche

Interpharma stellt sich hinter das Rahmenabkommen mit der EU sowie hinter das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung.

Die pharmazeutische Industrie ist der Wirtschaftsmotor der Schweiz. Keine andere Industrie konnte in den vergangenen Jahren so viele Arbeitsplätze aufbauen wie die Pharmabranche. Das Wertschöpfungsniveau ist mittlerweile sogar höher als dasjenige der Banken. Von einer florierenden Pharma profitieren aber nicht nur die Angestellten der Branche. Gemäss einer Studien der BAK Economics fallen auf jeden Franken Wertschöpfung, den die Pharmaindustrie generiert, weitere 70 Rappen an Wertschöpfung in anderen Branchen an. Bei den Arbeitsplätzen zeigt sich dies noch eindrücklicher: Schweizweit hängen rund 225 000 Arbeitsplätze vom Erfolg der pharmazeutischen Industrie ab.

Zugang zum europäischen Binnenmarkt sichern

Damit der Schweizer Wirtschafts- und Forschungsstandort auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, ist die Branche auf optimale Rahmenbedingungen angewiesen. Mit Ausfuhren von fast 90 Milliarden Franken im Jahr 2018 exportiert die Pharmaindustrie über 20-mal so viel, wie sie in der Schweiz Umsatz erzielt. Dabei ist die Europäische Union mit einem Anteil von rund 50 Prozent an den Ausfuhren der wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Arzneimittel. Die Pharmabranche ist deshalb auf den freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt angewiesen.

Das institutionelle Abkommen (InstA) zwischen der EU und der Schweiz soll den Zugang zum Europäischen Binnenmarkt sichern und den barrierefreien Handel mit dem wichtigsten Exportmarkt der Schweiz weiterhin garantieren. Für die Pharmaindustrie sind insbesondere die Abkommen über die technischen Handelshemmnisse und die Personenfreizügigkeit entscheidend. Alleine die Konformitätsanerkennung für Pharmaprodukte verhindert Mehrkosten von jährlich 150 bis 300 Millionen Franken. Die Personenfreizügigkeit ermöglicht eine unbürokratische und rasche Rekrutierung von qualifizierten Fachkräften aus der EU. Eine wissensintensive Industrie ist darauf angewiesen, auch in Zukunft qualifizierte Fachleute ohne viel Bürokratie aus dem Ausland anwerben zu können. Nebst der Erosion der bestehenden Marktzugangsabkommen riskiert die Schweiz ohne InstA auch die Nichterneuerung weiterer Abkommen, wie beispielsweise das für den Forschungsstandort wichtige Forschungsabkommen.

Ein institutionelles Abkommen zwischen der Schweiz und der EU ist notwendig, um den bilateralen Weg zu erhalten. Dessen ist sich auch die Schweizer Bevölkerung bewusst: Gemäss der ersten repräsentativen Umfrage zum InstA des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag von Interpharma unterstützen 60% der Schweizerinnen und Schweizer den vorliegenden Entwurf (vgl. Wichtiges in Kürze).

Attraktives fiskalisches Umfeld wahren

Nebst geregelten Handelsbeziehungen ist für den Schweizer Standort die Wahrung eines attraktiven fiskalischen Umfelds zentral. Um den internationalen Anforderungen zu genügen, muss die Unternehmensbesteuerung in der Schweiz angepasst werden. Damit bleibt der Wirtschaftsstandort Schweiz nach wie vor attraktiv. Das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) erfüllt diesen Zweck und ist gleichzeitig ein akzeptabler Kompromiss für die Wirtschaft. Die Vorlage macht dabei den international tätigen Grosskonzernen keine Steuergeschenke – unter dem Strich bezahlen diese Unternehmen mehr Steuern als vor der Reform – sondern stellt lediglich die internationale Akzeptanz des Steuerregimes sicher. Die Schweiz ist gefordert, ihre gute Position bei der Besteuerung zu halten und ihre fiskalische Attraktivität zu wahren.

Der Abschluss eines institutionellen Abkommens und die Annahme der STAF gehören aktuell zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Themen. Um die Wertschöpfung und Arbeitsplätze weiterhin in der Schweiz zu halten, ist es wichtig, geschlossen hinter beiden Anliegen zu stehen. Mit dem Abschluss des Institutionellen Abkommens und mit einem Ja zur STAF am 19. Mai 2019 kann sowohl die Politik als auch die Schweizer Bevölkerung ihren Beitrag leisten, damit die Pharmabranche auch in Zukunft ihren Teil zum Wohlstand der Schweiz beitragen kann.

Simon Fry, Interpharma

Dienstag, 16. Apr 2019

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Zum Autor

Simon Fry ist Ökonom und Public Policy Manager bei Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz.