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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Der Nutzen der Bilateralen Verträge kann nicht hoch genug eingeschätzt werden

Die bilateralen Verträge mit der EU öffnen Schweizer Unternehmen nicht nur die Tore zum europäischen Markt, sie haben auch zahlreiche Vorteile für jeden einzelnen. Diese gilt es zu verteidigen, da der politische Druck auf die Verträge weiter steigt.

Die Kandidatin hat die letzte und alles entscheidende Frage erreicht. Noch eine richtige Antwort und sie gewinnt die die Million. Günther Jauch holt tief Luft: «Welche sieben sektoriellen Abkommen gehören zu den bilateralen Verträgen I zwischen der Schweiz und der EU?»

Hand aufs Herz: Wüssten Sie die richtige Antwort?

Die Existenz der bilateralen Verträge ist zwar geläufig, ihre Inhalte sind aber unbekannt. Grund dafür ist die hohe technische Komplexität und die Schwierigkeit, ihren Nutzen zu quantifizieren. Gleichzeitig stehen die Verträge im politischen Scheinwerferlicht. Ihre Gegner behaupten, dass die Bilateralen für die Schweiz keinen Nutzen bringen. Deshalb könne man bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative deren Wegfall in Kauf nehmen. Vor dem Hintergrund der weit verbreiteten Unkenntnis ihrer Inhalte werden die Verträge so leicht zur politischen Beute.

Vorteile für die Arbeitgeber…

Für mich ist jedoch klar: Der Nutzen der bilateralen Verträge kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das sehen die Firmen der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie genauso. Nicht weniger als 78 Prozent sagen, dass die bilateralen Verträge für sie wichtig bis unverzichtbar sind. Aus Sicht der Firmen bringen sie folgende Vorteile:

  • Sie erhöhen die Innovationskraft – weil die Firmen an europäischen Forschungsprogrammen mitarbeiten können.

  • Sie begünstigen Investitionen in der Schweiz – weil hohe Innovationskraft risikofähiges Kapital anzieht.

  • Sie senken die operativen Kosten – weil Bürokratie abgebaut und die Geschäftsprozesse vereinfacht werden konnten.

  • Sie öffnen den Zugang zu neuen Märkten und Kunden – weil sie fast alle Handelsbarrieren eliminiert haben.

Insgesamt stärkt dieses Vertragswerk die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Schweiz und erhöht die Attraktivität des gesamten Denk- und Werkplatzes.

… und die Arbeitnehmer

Und wo liegen die Vorteile für Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer?

Die Bilateralen bringen auch auf individueller Ebene zahlreiche Vorteile. Zunächst einmal profitieren Sie davon, dass die bilateralen Verträge die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Betriebes stärkt und ihm einen hindernisfreien Zugang zum europäischen Binnenmarkt ermöglicht. Das macht Ihren Arbeitsplatz in der Schweiz deutlich sicherer als ohne diese Verträge.

Dank dem Personenfreizügigkeitsabkommen können Sie als Schweizer oder Schweizerin problemlos in einem EU-Land arbeiten. Falls es für Sie nicht in Frage kommt, dann vielleicht für Ihre Kinder.

Apropos Kinder: Dank der europaweiten Zusammenarbeit können Jugendliche und Erwachsene problemlos an einer europäischen Schule oder Hochschule einen Teil der Aus- und Weiterbildung absolvieren. Das erweitert den persönlichen Horizont, bringt Lebenserfahrung und steigert die Job-Chancen.

Und haben Sie gewusst, dass Sie dank der Bilateralen einfacher in die Ferien fliegen können? Das Luftverkehrsabkommen hat den Flugverkehr liberalisiert und dadurch zu deutlich mehr und günstigeren Verbindungen ab Schweizer Flughäfen ins europäische Ausland geführt.

Setzen wir uns für den Erhalt der Bilateralen ein!

Die bilateralen Verträge haben unsere Unternehmen gestärkt sowie unseren Alltag günstiger und komfortabler gemacht. Sie haben zusätzlich die beruflichen und persönlichen Möglichkeiten für Schweizerinnen und Schweizer vervielfacht. Deshalb sollten wir uns auch persönlich für ihren Erhalt einsetzen.

Deshalb hat Swissmem eine Kampagne zur Unterstützung der Bilateralen lanciert. Jeder und jede kann sich daran beteiligen: Bestellen Sie ein gratis T-Shirt und stehen Sie mutig für die Bilateralen ein. Damit gewinnen Sie vielleicht nicht die Million bei Günther Jauch, aber tragen wesentlich zum Wohlstand und zur Zukunft der Schweiz bei.

 

Peter Dietrich, Direktor Swissmem

Donnerstag, 02. Jun 2016

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Zum Autoren

Peter Dietrich

Der Jurist Peter Dietrich ist Direktor von Swissmem, dem Arbeitgeberverband der MEM-Industrie.

Position der Angestellten Schweiz zu den Bilateralen Verträgen

Die Angestellten Schweiz sind wie Swissmem der Ansicht, dass die Bilateralen Verträge mit der EU für den Erfolg unserer Industrie und unserer Volkswirtschaft unentbehrlich sind. Dies widerspiegelt sich in den Folgenden Positionen:

>> Attraktive Arbeitsplätze

>> Bildung

>> Industrie 4.0

 

Der Verband hat in Medienmitteilungen wiederholt zum Thema Bilaterale Verträge Stellung genommen, zum Teil gemeinsam mit anderen Sozialpartnern. Eine Auswahl aktueller Meldungen:

>> Sozialpartner wollen inländisches Fachkräftepotenzial optimal nützen

>> Die Sozialpartner machen sich stark für den Werkplatz Schweiz

>> Keine Einschränkung des freien Personenverkehrs, aber besserer Schutz der Angestellten

>> Stellungnahme zum letzten Swismem-Industrietag „Wie viel Europa braucht die Schweiz?“

Mitmachen

Auf der Plattform rund um die bilateralen Verträge finden sich Infos und diverse Möglichkeiten, den bilaterlaen Weg zu unterstützen.

Rubrik „Gastbeiträge“ – die Spielregeln

In der Rubrik „Gastbeiträge“ äussern freie Autoren ihre Gedanken und ihre Meinungen zu einem von ihnen selbst bestimmten Thema. Die Rubrik steht prinzipiell allen Autorinnen und Autoren offen. Die eingereichten Gastbeiträge müssen jedoch gängigen journalistischen Anforderungen genügen.

Thematisch sollen sich die Gastbeiträge um die Arbeitswelt im weitesten Sinne drehen.

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Die Autoren in der Rubrik «Gastbeiträge» äussern ihre persönliche Meinung. Diese muss nicht mit derjenigen der Redaktion von Apunto-Online, bzw. derjenigen der Angestellten Schweiz übereinstimmen. Die Gastbeiträge werden als solche gekennzeichnet.