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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Workaholics, werdet faul!

Statt die Anzahl von Gestressten zu erhöhen, macht lieber eine Pause, liebe Workaholics, werdet ein wenig faul.

Ihr Bürokollege treibt Sie zur Verzweiflung. Nonchalant kreuzt er jeden Morgen um 8 Uhr im Büro auf, beginnt seine Arbeit aber erst 45 Minuten später. Er braucht eben seinen Kaffee, um den Tag zu starten. Getrunken wird er wird langsam zur Zeitungslektüre. Danach reiht sich Pause an Pause – es gibt immer einen Grund, die Arbeit zu unterbrechen. Ihre Verzweiflung steigert sich, wenn Sie mit ihm ein Projekt realisieren müssen, denn er macht nur das allernötigste und sie müssen sich abrackern, damit das Projekt erfolgreich zum Abschluss kommt. Ihr Kollege ist der König der Faulenzer und Sie sind der König der Workaholics. Wer fühlt sich besser?

Diese Frage stellen Sie sich und sie konstatieren: Ihr Kollege ist in Topform während Sie müde sind, schlecht schlafen, unregelmässig und hastig essen und davon Bauchweh bekommen. Sie realisieren, dass Sie nicht wirklich in Form und gestresst sind (siehe dazu den Beitrag „Immer mehr sind von der Arbeit gestresst“). Macht es Ihr Arbeitskollege besser?

Das Ende der harten Arbeit

Lange Zeit galt: Wer in der Arbeitswelt erfolgreich sein will, muss viel und lange arbeiten. Angestellte, die bis 22 Uhr blieben, um einen Bericht fertigzustellen, stiegen die Karriereleiter ebenso hoch wie diejenigen, die nicht auf die Zeit achteten und ihrer Arbeit Seele und Körper vermachten. Heute ist das nicht mehr so, man arbeitet intelligent. „Work smart“ ist zur Regel geworden und hat „work hard“ ersetzt.

Die Generation Z, die jetzt auf den Arbeitsmarkt kommt, will dem Arbeitgeber nicht mehr alles geben. Sie sucht den optimalen Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit und hat keine starke Bindung mehr zum Arbeitgeber (vgl. dazu den Artikel „Work-Life-Blending gefährdet die Work-Life-Balance“). Die jungen Generationen wollen sich entfalten können, aber nicht unbedingt durch hartes Arbeiten.

Der Segen der Pause

Liebe Workaholics, lasst euch inspirieren von euren fauleren Kollegen und der jungen Generation: Macht Pausen und lernt, auch mal nichts zu tun. Diverse Studien unterstreichen die Wichtigkeit von Arbeitspausen für die Gesundheit der Erwerbstätigen und nicht umsonst regelt das Arbeitsgesetz diesen Aspekt.

Betrachten Sie Pausen nicht nur als Halt, sondern auch als Gelegenheit, ihren Geist wieder aufzuladen. Für Personen, die intellektuelle oder kreative Arbeit verrichten, ist es besonders wichtig, dem Gehirn von Zeit zu Zeit eine Pause zu gönnen. Die nicht produktive Zeit ist oft die kreativste.

Eine Pause zu machen heisst nicht, vor dem Bildschirm zu kleben und eine Tasse Kaffee zu trinken. Erheben Sie sich, laufen Sie ein paar Schritte und gehen Sie an die frische Luft, auch wenn Sie nicht rauchen. Tipps für sinnvolle Pausen finden Sie im Internet, zum Beispiel auf Ordnungsmentor oder Zeit Online.

Liebe Workaholics, Sie werden sehen: Pausen schaden Ihrer Leistung nicht und sie bedeuten nicht, dass Sie, wie Ihr Bürokollege, zum König der Faulenzer werden. Sie schauen einfach zu sich und Sie erhalten sich die körperliche und geistige Fitness.

Virginie Jaquet

Donnerstag, 08. Nov 2018

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