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Wechsel von angeordneter Arbeitszeitverlängerung zu Kurzarbeit

Keine Nachteile für betroffene Angestellte

Wird rasch von angeordneter Arbeitszeitverlängerung zu Kurzarbeit gewechselt, hätte dies vom Gesetz her für betroffene Angestellte negative Konsequenzen haben können. Eine Weisung des Seco verhindert dies zum Glück.

Seit Monaten ist der Franken im Vergleich zum Euro massiv überbewertet. Dies macht vielen Unternehmen der MEM-Industrie Bauchweh. Diverse MEM-Betriebe haben darum, wie im Gesamtarbeitsvertrag für solche Krisensituationen vorgesehen, mit den Arbeitnehmervertretungen eine Erhöhung der Arbeitszeit vereinbart und in Kraft gesetzt.

Es liegt auf der Hand, dass eine solche Arbeitszeiterhöhung nur bei guter Auftragslage sinnvoll und umsetzbar ist. Wenn die Auftragslage schlechter wird oder sogar einbricht, kann eine gegenteilige Massnahme angebracht sein: Die Kurzarbeit. Von einem Auftragsboom zu einer Auftragsflaute kann es sehr schnell gehen, gerade in Krisenzeiten.

Die Gretchenfrage und die Antwort darauf

Was heisst es nun für die Berechnung der Kurzarbeitsentschädigung, wenn rasch von einer Arbeitszeiterhöhung auf Kurzarbeit umgestellt wird? Wird diese aufgrund der höheren Arbeitszeit oder auf Grund der Normalarbeitszeit berechnet?

 Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hat diese Frage geklärt und in einer Weisung festgeschrieben, wie sich die Entschädigung berechnet. Falls alle Voraussetzungen für den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung erfüllt sind, gilt gemäss der Seco-Weisung vom 9. März 2015 Folgendes:

  1. Wird die Arbeitszeit aufgrund er Wechselkurssituation vor Einführung der Kurzarbeit vorübergehend erhöht, so gelten die zusätzlichen Stunden nicht als Mehrstunden (im Sinne von Art. 46 Abs. 4 und 5 AVIV). Diese in den letzten sechs bzw. zwölf Monaten vor der Einführung der Kurzarbeit geleisteten Zusatzstunden müssen nicht vom Arbeitsausfall abgezogen werden.
  2. Die Kurzarbeitsentschädigung wird in solchen Fällen aufgrund der Normalarbeitszeit vor der vorübergehenden Erhöhung der Arbeitszeit berechnet. Die diese Arbeitszeit übersteigenden Mehr- und Zusatzstunden während der Abrechnungsperiode für den Bezug von Kurzarbeitsentschädigung gelten hingegen als Mehrstunden (im Sinne von Art. 46 Abs. 2 AVIV) und sind dementsprechend in Abzug zu bringen.

Diese Lösung bringt für die betroffenen Angestellten keine Nachteile.

Die beschriebene Vorgehensweise darf gemäss SECO nur erfolgen, wenn die Normalarbeitszeit in gegenseitigem Einverständnis der Sozialpartner mittels einer schriftlichen Vereinbarung erhöht wurde. Respektive, bei kleinen Betrieben, in Absprache zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmenden.

Dienstag, 30. Jun 2015

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