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Jugendarbeitslosigkeit schiesst in die Höhe

Die Schweiz weist im internationalen Vergleich einen der tiefsten Werte bezüglich Jugendarbeitslosigkeit auf. Wir werden oft beneidet um die gute Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt. Das ist aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

Für viele Junge ist der Sommer eine Übergangszeit: Beginnen die einen eine Ausbildung oder Lehre, treten andere von der Lehre in eine Anstellung über. Den einen gelingt der Übertritt besser, den anderen schlechter. Sie finden keine Lehrstelle oder der Lehrbetrieb will oder kann sie nicht behalten. Diese Jugendlichen werden arbeitslos und lassen die Zahl der Jugendarbeitslosigkeit anschwellen.

In der Statistik über die Arbeitslosigkeit schlägt sich das deutlich nieder. Im Sommer steigt die Quote der 15-24-jährigen Arbeitslosen stärker an als die der anderen Alterskategorien. So hat sich gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Arbeitslosenquote im Juli 2016 bei 3,1% stabilisiert, während sie bei den 15-24-Jährigen um 8,3% zunahm. Die Erhöhung dürfte sogar noch stärker sein, weil die Statistik nur diejenigen erfasst, die sich in einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum melden.

Jugendarbeitslosigkeit nimmt zu

Schaut man sich die Situation der Jungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt genauer an, stellt man Folgendes fest: Seit 1990 hat sich der Wert der Jugendarbeitslosigkeit verachtfacht, von 0,4% auf 3,2% im Jahr 2014. Bei den anderen Alterskategorien ist er auch gestiegen, aber deutlich weniger markant. Seit den 2000er-Jahren, ganz besonders aber seit der Finanzkrise 2009, vergrössert sich der Abstand zwischen der jungen und den älteren Generationen.

In einem Bericht schreibt das SECO, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen einem höheren Risiko, arbeitslos zu werden, ausgesetzt seien, besonders während Wirtschaftskrisen. Trotz dieses erhöhten Risikos sind Junge weniger langzeitarbeitslos. Ihre Arbeitslosigkeit ist eher auf einen misslungenen Übergang zurückzuführen. Wie wir bereits festgestellt haben, werden Jugendliche besonders im Sommer arbeitslos, wenn sie von der Schule in eine Lehre oder von der Lehre ins Erwerbsleben übertreten müssen.

Die Schweiz muss Vorbild bleiben

Es gibt keinen Grund, die Alarmglocken zu läuten. Die Schweiz bleibt ein Vorbild in Sachen Integration der Jungen in den Arbeitsmarkt. Wir weisen eine Arbeitslosenquote von 6,4% aus, die EU-28-Länder eine von 20,3% (Zahlen gemäss ILO)[1] Unser Erfolg erklärt sich durch unser qualitativ hoch stehendes und auf den Arbeitsmarkt ausgerichtetes Bildungssystem. Unsere Anstrengungen für dieses System dürfen in den kommenden Jahren nicht nachlassen. Genügend finanzielle Mittel und gute Rahmenbedingungen für das Bildungssystem bleiben für die Angestellten Schweiz eine prioritäre politische Forderung.

Auch von den Arbeitgebern ist ein Engagement gefordert. Es braucht eine Personalpolitik, die allen Arbeitnehmern eine Chance gibt. Weder in guten noch in schlechten Zeiten darf eine Altersklasse der anderen vorgezogen werden. Es darf nicht vergessen werden, dass sich ein schlechter Start ins Berufsleben sehr lange negativ auswirkt. Darum ist es so wichtig, die Jungen in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

 

Virginie Jaquet



[1] Die auf den Zahlen des Bundesamts für Statistik basierende Arbeitslosenstatistik der ILO (International Labour Organization) erfasst die Anzahl der Personen, die eine Arbeit oder eine Lehrstelle suchen. Die Statistik des SECO zählt die Personen, welche in einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) registriert sind. Die Quote fällt entsprechend tiefer aus, weil sich nicht alle Arbeitssuchenden beim RAV anmelden.

Donnerstag, 01. Sep 2016

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Infos für junge Angestellte

Die Angestellten Schweiz engagieren sich für junge Angestellte und Lernende. Mehr dazu auf unserer Website Junge Angestellte.

Studie zur Jugendarbeitslosigkeit

In einer 2015 publizierten KOF-Studie wurde das Risiko, in der Schweiz arbeitslos zu werden, untersucht. Eine der wichtigen Aussagen ist, dass sich die Jugendarbeitslosigkeit in der Tat erhöht.

Weiterbildungen, die Junge interessieren

Die Angestellten Schweiz bieten in ihrem vielfältigen Kursangebot einen Kurs an, der besonders die jungen Angestellten anspricht:

Tageskurs Was isch in, was ich out im Job?

 

Weitere Schulungen setzen sich mit den Generationen auseinander:

Tageskurs Altersdiversität in Unternehmen

Tageskurs Generationenmanagement

Impulsreferat Generation Y