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Job Hopping – eine neue Tendenz?

In der Öffentlichkeit ist die Meinung weit verbreitet, die Jungen würden oft die Arbeitsstelle wechseln, sie seien Job Hopper. Sind sie das wirklich?

Wie lange arbeiten Sie schon in Ihrem Unternehmen? Wenn es weniger als zwei Jahre sind, sind Sie vielleicht ein Job Hopper. Vor allem, wenn Sie vorher den Arbeitgeber schon mehrmals gewechselt haben. Job Hopping ist der englische Begriff für das häufige Wechseln der Arbeitsstelle – so jedes oder jedes zweite Jahr. Dies werde vor allem von den jungen Angestellten und der Generation Y praktiziert. Ist das so? Ist Job Hopping ein neuer Trend in der Arbeitswelt?

Eine repräsentative Umfrage der Angestellten Schweiz über die Loyalität am Arbeitsplatz scheint diese Aussage zu bestätigen. Sie hat zu Tage gebracht, dass Junge (15-34 Jahre) sich als weniger loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber betrachten als die älteren Generationen. Da ist anzunehmen, dass sie auch öfter den Arbeitgeber wechseln. Dies ist jedoch schwierig zu belegen. Aktuell existiert keine Studie, die den Zusammenhang zwischen Loyalität und Stellenwechsel untersucht.

Dank Stellenwechsel Erfahrungen sammeln

Gemäss einem Artikel im Magazin Forbes ist ein häufiger Stellenwechsel keine Gewohnheit der Generation Y – der Millennials – sondern simpel eine von jungen Erwerbstätigen in den Zwanzigern. Auch die Babyboomer waren in diesem Alter Job Hopper. Eine Umfrage der Vlerick Business School zeigt, dass nur 22 Prozent der Jungen beabsichtigen, regelmässig den Arbeitgeber zu wechseln. Ein gewichtiger Anteil von 46 Prozent erklärt aber auch, nicht mehr als drei Jahre beim ersten Arbeitgeber bleiben zu wollen. Das Unternehmen nach den ersten Erfahrungen zu wechseln, das versteht sich von selbst, man möchte ja noch andere Erfahrungen sammeln – und ist auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.

HR-Spezialisten betonen denn auch, dass es wichtig sei, den Arbeitgeber regelmässig zu wechseln, um Erfahrungen zu sammeln und damit die Karriere zu fördern. Ein weiterer Vorteil ist: Man kann mehr Geld verdienen. Gemäss dem Forbes-Artikel verdienen Job Hopper am Ende ihrer Karriere rund 50 Prozent mehr als Kollegen, die nie oder selten die Stelle gewechselt haben. Wechsel können nicht zuletzt auch dazu dienen herauszufinden, welche Arbeitsumgebung einem am besten zusagt.

Zu häufiger Wechsel ist kein Verkaufsargument

Aber aufgepasst, zu viele Wechsel lassen sich gegenüber neuen Arbeitgebern schlecht verkaufen. Eine lange Liste von Arbeitgebern wird bei einem Bewerbungsprozess selten positiv beurteilt, solche Angestellte werden als unstet betrachtet. Im Gespräch kann man die vielen Wechsel vielleicht rechtfertigen, aber zuerst muss man überhaupt zu einem solchen kommen.

Das schlechte Image der Job Hopper verhindert zweifellos, dass sich die Praxis ausbreitet und zu einem grossen Trend in der Arbeitswelt wird. Selbst wenn sich das negative Image in der Zukunft abschwächen sollte, ist es schwierig zu sagen, ob das Job Hopping unter den Angestellten mehr Anhänger finden wird.

 

Virginie Jaquet

Montag, 24. Okt 2016

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