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«Ich vermisse die menschlichen Kontakte»

Flurin Bucher bildet sich im ersten Lehrjahr bei der Swisscom zum Mediamatiker aus. Die Coronapandemie fesselt ihn ans Home-Office, was Nachteile mit sich bringt. Die Berufsaussichten aber trübt sie nicht.

Was machst du beruflich gerade?

Momentan liegt der Fokus meiner Ausbildung auf dem Gestalterischen. Mediamatiker ist eine Art Zusammenschluss verschiedener Berufe und deckt die Bereiche Informatik, KV, Grafik und Design ab.

Wie hat sich die Situation bezüglich deiner Berufsbildung geändert aufgrund der Coronapandemie?

Ich bin praktisch immer im Home-Office, ich war seit Lehrbeginn nur zwei Mal ausserhalb. Auch die Meetings finden zuhause per Computer statt. Ich bin also immer vor dem Bildschirm.

Was ist an dieser Situation schwierig für dich?

Es ist oft einsam. Wenn ich Pause mache, klappe ich den Laptop zu und esse zuhause in meiner Küche etwas, statt mich mit Kolleg*innen zu treffen. Den aktuellen Lehrmeister habe ich noch nie persönlich getroffen. Die direkten Kontakte kann man schlecht durch virtuelle ersetzen.

Was macht das mit dir?

Als sozialer Mensch vermisse ich die direkten menschliche Kontakte, den sozialen Austausch schon sehr. Es ist für mich auch schwieriger, Kontakte zu knüpfen, ein Netzwerk aufzubauen und mich im System der Firma zurechtzufinden. Die Umstellung von der Schule, in der die direkten Kontakte ganz selbstverständlich waren, ist krass.

Belastet dich dieser Umstand?

Ein Stück weit schon. Es gibt Tage, an denen ich es nicht so toll finde, die ganze Zeit zuhause zu sein. Es fällt mir dann schwerer, mich zu motivieren.

Gibt es Dinge, die einfacher sind, wenn man immer online ist?

Ich wohne in St. Gallen, der Hauptsitz der Swisscom ist in Bern. Wenn dieser Weg wegfällt, ist dies ein Vorteil. Ich arbeite auch viel mit Leuten aus der Romandie zusammen, online geht dies einfach. Wir tauschen uns überhaupt sehr viel aus, physisch wäre das schwieriger.

Welche Auswirkungen auf deinen Berufseinstieg nach der Ausbildung wird die Coronapandemie in deiner Einschätzung haben?

Ich kann mir vorstellen, dass die Produktivität leidet, wenn man immer nur im Home-Office arbeitet. Dadurch könnten Defizite entstehen.

Was tust du, um das zu vermeiden?

Ich tausche mich so viel wie möglich aus und pflege Kontakte virtuell. Ich setze mir auch jeden Tag konkrete Ziele. Dennoch denke ich, dass die Motivation grösser ist, wenn man sich vor Ort sieht.

Wie motivierst du dich trotzdem?

Mir hilft unser tägliches Meeting am Morgen um 8 Uhr. Da schauen wir, was wir am Vortag gemacht haben und besprechen die Aufgaben. Das bringt Struktur in den Tag, was ich in der Coronazeit besonders wichtig finde.

Wie ist die Situation für Mediamatiker auf dem Arbeitsmarkt?

Wir geniessen eine breite Ausbildung. Als Allrounder sind wir im Berufsmarkt sehr begehrt.

Was wäre deine Traumstelle nach der Ausbildung?

Ich kann mir vorstellen, etwas mit Video zu machen. Entdeckt habe ich gerade auch das Programmieren. Ich interessiere mich zudem für Politik und kann vielleicht beides verbinden und in einer NGO oder einem politischen Komitee arbeiten. Ich habe mich bereits in den Klimastreiks engagiert. Als Mediamatiker hat man sehr viele Möglichkeiten. Die Ausbildung zielt auch darauf ab, dass man sich selbständig machen kann.

Hast du schon eine Vorstellung, wie es nach deiner Ausbildung weitergehen könnte?

Ich denke, dass ich dann mal ein Jahr arbeiten werde. Um eine Stelle zu finden, werde ich sicher ein Beerbungsvideo erstellen, damit kann ich meine Skills aufzeigen. Für später kann ich mir vorstellen, mich in der Informatik und der Videografie weiterzubilden.

Interview: Hansjörg Schmid

Mittwoch, 23. Jun 2021

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