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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Berufswahl - Druck von allen Seiten

Gabriele Richard ist 13 Jahre alt. Bereits beschäftigt er sich mehr oder weniger intensiv mit der Berufswahl. Der Beruf des Journalisten würde ihn interessieren. Deshalb besuchte er die Apunto-Redaktion während zwei Schnupper-Tagen. Wir führten zusammen ein Interview und erklärten ihm wie das Apunto entsteht: Von der Idee bis zum Druck. Natürlich schrieb Gabriele auch einen Text. „Die Qual der Wahl“ ist dessen Titel. Um was geht’s? Klar, um die Berufswahl. Dabei sei der Druck vonseiten der Eltern und Schule immens.

 

Die Qual der Wahl          

Wenn die offizielle Schulzeit sich zum Ende neigt, beginnt die Unsicherheit. Lehre oder Gymer? Dass diese Wahl zur Qual wird, dafür gibt es mehrere Gründe.

 

Wir Jugendliche stehen im 14. und 15. Lebensjahr vor einer der schwierigsten Entscheidungen unseres Lebens. Soll ich weiter in die Schule oder mich in die Berufswelt stürzen? Etwa 20 Prozent der Jugendlichen entscheiden sich für das Gymnasium.  Einige entscheiden sich für ein zehntes Schuljahr. Für viele bleibt jedoch eine Lehre sehr attraktiv. Der grosse Wunsch vieler Jugendlichen ist es, eigenständig auf ihren Beinen zu stehen – das heisst, ihren ersten Lohn zuverdienen.

Eine Mehrheit zweifelt

Das zentrale Problem bei der Berufswahl: Sie fängt viel zu früh an. Ich bin jetzt 13 Jahre alt. Ich bin einer der Wenigen, der eine kleine Ahnung hat, was er mal werden will. Ich interessiere mich sehr für den Journalismus, aber ganz sicher bin ich mir da nicht. Die Mehrheit in meiner Klasse hat Zweifel. Wir sind 18 Schüler und Schülerinnen, davon wollen vier ins Gymnasium. Geschätzte zehn haben null Ahnung, was aus ihnen werden soll; und etwa vier haben eine vage Vorstellung davon – bis jetzt!

Mit 13 Jahren will man noch die ganze Zeit Fussball oder sonst was anderes spielen, aber sicher nicht schon an einen Beruf denken. Ich verstehe, dass man uns gut darauf vorbereiten will. Aber mir macht das eher Angst, was ich zu Hause und in der Schule höre. Man hört immer nur die negativen Sachen! Wie zum Beispiel: Heute sei es sehr schwierig einen guten Job zu finden oder ohne Gymi-Abschluss bringe man es nicht weit. Dieses Schwarz-Weiss-Denken ist sehr schlecht! Das muss sich ändern. Das würde die Unsicherheiten in unseren Köpfen verschwinden lassen.

Der Druck, ständig Druck

Ein weiteres Problem: Uns wird ständig Druck gemacht. Sehr oft wollen die Eltern unbedingt, dass ihre Kinder ins Gymnasium gehen. Die Eltern denken noch wie früher, als alle Türen in der Berufswelt mit einem Uni Abschluss weit offen standen. Das ist heute nicht mehr so. Absolviert man seine Lehre erfolgreich, kann man sich immer noch weiter bilden. Doch der Druck steigt, mit jedem Schritt, dem wir uns dem letzten Schultag nähern. Wir bekommen unnötigen Stress von allen Seiten. Denn auch die Lehrer machen ihren Schülern unbewusst Stress. Wenn sie uns sagen: „So reicht das nie für das Gymnasium.“ Liebe Eltern und liebe Lehrer, nehmt es doch ein bisschen ruhiger, dann können wir es auch ein bisschen ruhiger nehmen. Ich für mich werde ein Zehntes Schuljahr absolvieren. Da kann ich noch etwas reifen.  

 

Gabriele Richard, 13 Jahre, Bern

Freitag, 15. Mai 2015

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