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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Aus dem Scheitern wird man klug

Warum immer nur Erfolge feiern, wenn man erst aus dem Scheitern richtig etwas lernt? Das Leid und das Gelernte miteinander teilen – um das geht es an speziellen Anlässen.

Es war das perfekte Produkt. Schön im Design, gut in der Handhabung, ausgestattet mit allen Features. Nur ein Problem gab es damit: Niemand kaufte es, niemand nutzte es. Was hatte er falsch gemacht? Einiges. Er hatte nicht abgeklärt, ob überhaupt ein Markt für ein solches Produkt vorhanden war. Er hatte dem Produkt von Anfang an unzählige Zusatzfeatures angedeihen lassen, statt sich erst mal auf die Hauptfunktion zu konzentrieren. Und er hatte seinen alten Job, der ihm sein Einkommen brachte, beibehalten, statt sich voll auf sein eigenes Projekt zu konzentrieren.

Ein Grosserfolg

So schilderte einer der Teilnehmer einer FuckUp Night in Basel, warum er gescheitert war. Die Idee, statt immer nur den Erfolg den Misserfolg zu feiern, hatten fünf Kollegen im Jahr 2012 in Mexico City. War es zu Beginn ein Anlass für ihre Freunde und die Freunde der Freunde, begannen sie aufgrund der grossen Beliebtheit bald, die FuckUp Nights professionell aufzuziehen und in andere Städte zu bringen. Heute finden unter dem geschützten Begriff „FuckUp Night“ Anlässe in über 300 Städten in über 80 Ländern statt.

Das Prinzip einer FuckUp Night ist denkbar einfach: drei bis vier Gescheiterte erzählen ihre Geschichte. Dabei haben sie sieben Minuten Zeit und sie dürfen maximal zehn Folien zeigen. Es geht darum aufzuzeigen, warum man gescheitert ist, wie man sich dabei gefühlt hat, was geholfen hat, mit dem Scheitern umzugehen – und vor allem, was man daraus gelernt hat und besser machen würde. Danach können die Zuschauer Fragen stellen. Im Anschluss an die Präsentationen tauschen sich alle zusammen bei einem Bier oder einem guten Glas Wein aus. Jede(r) Interessierte kann sich zu einer FuckUp Night als Sprecher oder Zuschauer anmelden. Der Anlass in Basel war gratis.

Mut lohnt sich

FuckUp Nights und andere ähnlich Anlässe wollen Gescheiterten eine Bühne bieten, um über das Scheitern zu sprechen, das Leid zu teilen, aus dem Scheitern zu lernen, sich zu vernetzen und Mut zu fassen für einen Neuanfang. Die Zuschauer profitieren von den Erfahrungen der Sprechenden.

Es braucht Mut, seine Geschichte des Scheiterns vor fremden Menschen auszubreiten und sich erst noch ihren kritischen Fragen zu stellen. Der Mut wird aber belohnt durch die Anteilnahme der anderen. Die Erfahrung kann letztlich sehr befreiend sein.

Vorsicht Werbeblock

Nicht zuletzt macht man sich selber und das neue Projekt oder Produkt, das man wohl hat, bekannt. Dies beinhaltet aber gleichzeitig eine grosse Gefahr, welche diese Anlässe in sich bergen: Sie können quasi missbraucht werden, um im grossen Stil Werbung für sich und seine Unternehmung zu machen. Dies war an der FuckUp Night in Basel, welche der Schreibende mit einem Arbeitskollegen besucht hat, leider der Fall. Wir hätten gerne mehr darüber erfahren, was genau zum Scheitern führte, wir hatten mehr Emotionen erwartet, wir hätten konkreter wissen wollen, was gelernt wurde. Ein bisschen Humor hätte ebenfalls nicht geschadet. Werbeblocks über eine Dienstleistung oder ein Produkt kann man auch andernorts bekommen – und sie sind dort auch nicht besser...

Trotzdem ist die Idee, Veranstaltungen zum Scheitern zu machen, genial und die Veranstaltungen sind ein grosser Gewinn für alle, wenn die Präsentierenden stimmen. Darum werden auch die Angestellten Schweiz am 27. Juni 2019 unter dem Namen „Scheitern macht stark“ einen solchen Anlass durchführen.Seien Sie auch dabei! Alle Infos finden Sie im Kasten.

Hansjörg Schmid

Donnerstag, 16. Mai 2019

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Kommen Sie an unsere Veranstaltung „Scheitern macht stark“ – als Teilnehmer oder Zuschauer

Haben Sie eine Bruchlandung hingelegt? Haben Sie ein Projekt in den Sand gesetzt? Das schmerzt, ist aber nicht der Weltuntergang. Denn aus Fehlern lernt man.

Ganz vielen Menschen ergeht es so wie Ihnen. An unserem Anlass „Scheitern macht stark“ möchten wir Sie mit ihnen zusammenbringen. Um das gescheiterte Projekt gemeinsam zu verabschieden, um den Frust runterzuspülen, um von den Erfahrungen anderer zu profitieren und sich zu vernetzen sowie um zu neuen Ufern aufzubrechen.

Sie nehmen an einem Wettbewerb teil. Wer am grandiosesten gescheitert ist, gewinnt eine Flasche besten Single Malt Whisky.

Möchten Sie nicht selber etwas präsentieren? Sie können sich als Zuschauer anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos – Kollekte für Getränke und Snacks.

Wo: Angestellte Schweiz, Martin-Disteli-Strasse 9, Olten (gleich hinter dem Bahnhof)

Wann: 27.6., 19 bis 22 Uhr

Mehr Infos im Video und auf dem Flyer.

Sind Sie dabei? Dann melden Sie sich sofort an!

 

Scheitern macht stark ist die erste Veranstaltung aus unserer neuen Reihe Lust oder Frust. In diesem neuen Netzwerk-Format geht es den Angestellten Schweiz vor allem um Lust – nämlich die Lust durchzustarten.

Ob Sie über Ihren Erfolg oder Misserfolg sprechen möchten – wir bieten den richtigen Anlass an: Pecha Kucha und Scheitern macht stark.