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Das Online-Magazin der Angestellten Schweiz

Lehrstellenmarkt

Angebot und Nachfrage besser zusammenbringen

Auch in diesem Jahr werden nicht alle Auszubildenden ihre Wunschlehrstelle finden. Auf der anderen Seite werden Tausende Lehrstellen unbesetzt bleiben. Damit das Matching zwischen Angebot und Nachfrage besser klappt, hat der Bund das Projekt „Match-Prof“ ins Leben gerufen.

Patricia führt einen Biobauernhof. Ihr Mann arbeitet in der Pharmaindustrie, die Kinder besuchen das Gymnasium und die Fachhochschule. Patricia könnte ganz gut etwas Gesellschaft und eine weitere Arbeitskraft auf dem Hof gebrauchen. Am liebsten würde sie eine Lehrtochter oder einen Lehrling einstellen. Nur hat sie leider bisher niemanden gefunden.

Remo war schon drei Mal im Spital. Er war so beeindruckt davon, was die Pflegerinnen und Pfleger dort leisten, dass er selber diesen Beruf erlernen möchte. Remo fand aber im letzten Jahr keine Lehrstelle. Er hofft, dass es dieses Jahr klappt.

Mismatch

Der eine findet keine Lehrstelle, die andere keine Lernende – auf dem Lehrstellenmarkt geht es eben nicht immer vollkommen auf. 2015 blieben gemäss Lehrstellenbarometer in der Schweiz rund 8500 Lehrstellen unbesetzt. Gleichzeitig befanden sich etwa 16 500 Jugendliche und junge Erwachsene in so genannten Brückenangeboten oder Zwischenlösungen. Dies, weil es ihnen nicht gelungen war, eine geeignete Lehrstelle zu finden oder weil sie noch nicht bereit waren für die Berufswahl.

Gegen das nicht so perfekte Matching von Lehrstellen und Lernenden unternimmt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) nun etwas. „Match-Prof“ heisst das Projekt, das Johann Schneider-Ammann initiiert hat. Der Bundesrat will damit auch sicherstellen, dass der Schweizer Wirtschaft morgen genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Angestellten Schweiz begrüssen diese Initiative. Für den Verband ist es wichtig, dass es eine möglichst gute Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage gibt, wie er in seiner Position zur Bildung schreibt (siehe Kasten). Nur so funktioniert der Lehrstellenmarkt reibungslos.

Anschubfinanzierung

Im Fokus von „Match-Prof“ stehen gemäss SBFI einerseits Jugendliche mit hohem Leistungspotenzial, andererseits Personen mit schulischen, sozialen oder sprachlichen Schwierigkeiten. Umgesetzt werden soll „Match-Prof“ von Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Diese sind aufgefordert, Projekte aufzubauen. Sie werden dabei befristet finanziell unterstützt. Die Projekte sollen folgenden Zielen dienen:

  • Schnellere und bessere Berufsintegration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  • Optimiertes Matching zwischen Angebot und Nachfrage
  • Neue Rekrutierungspotenziale erschliessen
  • Kommunikation gegenüber Eltern und Lehrpersonen in Bezug auf die berufliche Grundbildung fördern

Die Projekte sollen sich nach Ablauf der Unterstützung durch das SBFI weiterlaufen und sich selbst finanzieren. Es bleibt zu hoffen, dass viele solcher Projekte zum Fliegen kommen – so dass Remo schneller eine Lehrstelle findet und Patricia eine Lernende oder einen Lernenden für ihren Hof.

 

Hansjörg Schmid

Mittwoch, 17. Feb 2016

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Wo Angebot und Nachfrage nicht übereinstimmen

In diesen Branchen ist der Run auf die Lehrstellen grösser als das Angebot: Büro und Informationswesen, Druck, Design und Kunstgewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Informatik. Einen Überhang an Lehrstellen gibt es hingegen auf den Berufsfeldern Architektur und Baugewerbe, Dienstleistungen, Landwirtschaft, Verarbeitendes Gewerbe und Verkauf. Im Bereich technische Berufe halten sich Angebot und Nachfrage die Waage.

Positionierung

Die Angestellten Schweiz fordern ein gutes Matching von Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt – aber noch viel mehr. Lesen Sie unsere Position zur Bildung.

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