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Alle in den Arbeitsmarkt integrieren

Die Arbeitswelt ist nicht gerade ein Schlachtfeld, aber sie ist herausfordernd. Um sich darin behaupten zu können, muss man gut gerüstet sein. Wie integriert man Menschen mit Behinderung?

Der Begriff Arbeitsmarktfähigkeit ist aktuell in aller Munde. Im Fokus darf nicht nur stehen, dass gut im Arbeitsmarkt integrierte, qualifizierte Angestellte diese verbessern. Es muss auch darauf geachtet werden, dass diejenigen, welche ihre Arbeitsmarktfähigkeit verloren haben, diese wieder erreichen. Manche Menschen haben aufgrund eines Handicaps Schwierigkeiten, ihren Platz im immer anspruchsvolleren Arbeitsmarkt zu finden und verlieren oft den Anschluss. Zum Glück wurden in der Schweiz diverse Programme entwickelt, um es diesen Menschen zu ermöglichen, am wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz teilzunehmen.

Sozialhilfeempfänger wieder in den Arbeitsmarkt integrieren

Im Kanton Bern zum Beispiel haben die Behörden und die Sozialpartner 2013 den Verband Jobtimal gegründet. Er hat zum Ziel, Arbeitgeber mit Langzeitarbeitslosen zusammenzubringen, welche aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder psychischer respektive körperlicher Probleme Schwierigkeiten haben, wieder einen Job zu finden. Die Organisation hat auch eine unterstützende Funktion. Sie begleitet die Betroffenen während ihrem Wiedereintritt. Falls dieser in einem Unternehmen nicht klappt, managt Jobtimal auch den Austritt. Der Verband kümmert sich um den ganzen Papierkram, ein nicht zu vernachlässigender Vorteil für die beteiligten Unternehmen.

Bis jetzt ist die Bilanz positiv. Anfang Dezember 2018 waren 80 Sozialhilfebezüger dank Jobtimal wieder in den Arbeitsmarkt integriert. Man schätzt, dass der öffentliche Sektor dank dem Programm rund zwei Millionen Franken gespart hat. Auf der Webseite des Verbandes finden sich diverse Erfolgsstorys in Videoform.

Die Arbeit in einer geschützten Werkstatt ist nicht wertlos

Eine andere Möglichkeit, Menschen mit Behinderung zu integrieren, sind geschützte Werkstätten. In der Schweiz gibt es gemäss dem Nationalen Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung (INSOS) 280 solche Werkstätten mit 30 000 Plätzen. Die dortigen Arbeitsplätze sind für Bezüger einer Invalidenrente gedacht. Die Herausforderungen der Aufgaben sind den Fähigkeiten der Personen angepasst.

Die Arbeit, die hier verrichtet wird, ist alles andere als wertlos. Ein Artikel in der freiburgischen La Liberté (auf Französisch) hat aufgezeigt, dass die geschützten Werkstätten aktiv zur Wirtschaft beitragen. In den Ateliers de la Gérine im Kanton Freiburg zum Beispiel arbeiten 185 Personen in so unterschiedlichen Feldern wie Schreinerei, Elektronik, Verpackung, Wäscherei, Büroarbeiten und Versorgung. Die Werkstätte arbeitet im Auftrag der Wirtschaft.

Die Herausforderungen sind für die Werkstätte dieselben wie für die Industrie und die Wirtschaft, stellt der Zeitungsbeitrag fest. Auch sie müssen immer flexibler werden und Kunden und Aufträge diversifizieren, um nicht Arbeit zu verlieren.

Engagement aller

2017 hat der Bundesrat eine mehrtägige Konferenz zum Thema Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt durchgeführt. Sie gipfelten in einer gemeinsamen Erklärung der Behörden und der teilnehmenden Verbände. Die Erklärung hält u.a. fest, dass die Integration eine Aufgabe der Gesellschaft ist. Es ist deshalb wichtig, dass Programme wie die oben erwähnten entwickelt und unterstützt werden.

Virginie Jaquet

Donnerstag, 19. Apr 2018

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Weitere Infos

Auf der Website der Nationalen Konferenz zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung finden Sie Infos zu den existierenden Programmen.

Die Website von INSOS enthält ebenfalls Infos zur Integration von behinderten Personen in den Arbeitsmarkt.