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Ältere Arbeitnehmende bleiben teurer

Altersreform 2020: Entgegen dem Vorschlag des Bundesrates will der Ständerat die Pensionskassenbeiträge der über 55-Jährigen unverändert hoch lassen. Verliert ein über 50-Jähriger seinen Job, wird er weiter Mühe haben, wieder eine Stelle zu finden. 

Die Gefahr der Langzeitarbeitslosigkeit, ist vor allem bei über 55-jährigen gross. Zu diesem Schluss kam ein OECD-Bericht zur Situation der über 55-Jährigen in der Schweiz. „Mehr als die Hälfte (58,6 Prozent) der über 55-jährigen arbeitslosen Schweizerinnen und Schweizer ist 2012 länger als ein Jahr ohne Arbeit geblieben, was über dem Durchschnitt des OECD-Raums von 47,2 Prozent liegt“, schrieb die OECD.

Spätestens seit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative bekunden alle Seiten, das inländische Potential besser ausnutzen zu wollen, doch gegen die Landzeitarbeitslosigkeit der über 55-Jährigen wird wenig Konkretes geleistet. Ein Hauptproblem der älteren Arbeitnehmenden ist: Sie sind für die Arbeitgeber teurer. Nicht nur wegen der Löhne, sondern auch wegen der Pensionskassenabzüge. Die OECD-Ökonomen haben Lohnflexibilität im Alter vorgeschlagen. Lohnerhöhungen, die direkt ans Alter gebunden sind, müssten geändert werden. Damit würde die Hürde gesenkt, 55-Jährige einzustellen – zu wenig hat sich in der Schweiz diesbezüglich bewegt.

Vergangenen Mittwoch hat der Ständerat nun seinen Vorschlag zur Rentenreform präsentiert. Geht es nach dem Ständerat sollen die Pensionskassenbeiträge für über 55-Jährige unverändert hoch bleiben. Der Bundesrat plante mit der Altersvorsorge 2020 die Beiträge an die zweite Säule nur noch bis 45 Jahre ansteigen zu lassen und sie tiefer anzusetzen, nämlich bei 13 Prozent. Sein Ziel war explizit: Die Stellung der über 45-Jährigen verbessern. Die kleine Kammer ist dem Vorschlag des Bundesrates nicht gefolgt. Sie hat sich weder für eine veränderte Staffelung noch für tiefere Beiträge ausgesprochen: Die Beitragssätze sollen weiter bis 55 Jahre ansteigen und bei 18 Prozent bleiben.

„Unverständlich!“, findet Christof Burkard, stellvertretender Geschäftsführer der Angestellten Schweiz. „Es muss heute alles dafür getan werden, die Stellung der älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das war kein weitsichtiger Entscheid des Ständerates.“ Das Geschäft geht nun an den Nationalrat. Es liegt an der grossen Kammer, den Entscheid des Ständerates zu revidieren und endlich etwas Konkretes im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit der über 55-Jährigen zu tun.

 

Reto Liniger

Freitag, 18. Sep 2015

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