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Daran müssen Angestellte vor der Geburt eines Kindes denken

Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis – kaum jemand wollte dem widersprechen. Vor der Niederkunft sollte man sich einige wichtige Fragen stellen und sich gut vorbereiten.

Sonntagnachmittag in einem gemütlichen Café. Vier Freundinnen in den Dreissigern plaudern. Ihr Thema: Kinder haben. Die Diskussion begann mit der Ankündigung einer der Freundinnen, sie sei schwanger. Ihre Kollegin zu Linken, selbst bereits zweifache Mutter, feuert eine Salve von Fragen los: Wirst du weiter arbeiten? Hast du es dem Arbeitgeber schon gesagt? Hast du einen Krippenplatz reserviert? Wirst du den Mutterschaftsurlaub verlängern? Hat dein Mann in seinem Betrieb Anrecht auf Vaterschaftsurlaub? Willst du stillen?

Die künftige Mutter realisiert: Viele Fragen rund um die Schwangerschaft und ihre Folgen hat sie sich noch gar nicht gestellt. Auch wenn Nachwuchs zu bekommen ein freudiger Anlass ist, lohnt es sich, diverse Punkte, privat und geschäftlich, zu klären.

Schwanger arbeiten

Zuerst einmal: Es besteht keinerlei Pflicht, dem Arbeitgeber eine Schwangerschaft zu melden. Gila Fröhlich, Rechtskonsulentin der Angestellten Schweiz und bald Mutter eines zweiten Kindes, rät aber, dies früh zu tun: „Wenn eine Mitarbeiterin ihrem Arbeitgeber mitteilt, dass sie schwanger ist, muss er sie gemäss Arbeitsgesetz schützen. Zudem geniesst eine werdende Mutter während der Schwangerschaft und während 16 Wochen nach der Niederkunft einen Kündigungsschutz. Diese gilt allerdings nicht, wenn sich die Schwangere in der Probezeit befindet.“

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit schwangerer Angestellter schützen. Das Arbeitsgesetz schreibt vor, dass Arbeitgeber schwangeren Frauen keine schwere oder gefährliche Arbeit zuweisen dürfen, die ihre Gesundheit oder die ihres Kindes gefährdet. So ist zum Beispiel ab der achten Woche vor der Niederkunft Nachtarbeit verboten. (Vgl. dazu den Rechtsartikel „Welchen Risiken dürfen schwangere Kellnerinnen ausgesetzt werden?“) Es lohnt sich für Schwangere, sich gut über ihre Rechte zu informieren.

Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs im Falle einer Hospitalisierung

Leider können auch Komplikationen auftreten, zum Beispiel wenn das Baby vor dem Termin kommen will. Eine Frühgeburt ist oft mit einem längeren Spitalaufenthalt verbunden. In diesem Fall kann die Mutter um einen Aufschub der Mutterschaftsentschädigung ersuchen bis zum Tag, an dem Kind nach Hause kommt. Gila Fröhlich begrüsst die Absicht, den Mutterschaftsurlaub um mindestens drei Wochen ab Geburt zu verlängern und den Müttern hospitalisierter Neugeborener entsprechende Leistungen auszurichten. Der Nationalrat muss der Massnahme noch zustimmen, der Ständerat hat dies in der vergangenen Wintersession bereits getan.

Der Schutz setzt sich auch in den Wochen nach der Geburt weiter. So dürfen Mütter während acht Wochen nach der Niederkunft nicht beschäftigt werden und in den darauf folgenden acht Wochen nur mit ihrer Zustimmung. „Die Frauen sind auch vor einer Entlassung geschützt“, ergänzt Gila Fröhlich. „Eine Angestellte kann hingegen selber kündigen, muss aber die Kündigungsfrist einhalten.“

Was man auch noch vorsehen muss

Künftige Mütter, die ihr Arbeitspensum reduzieren oder den Mutterschaftsurlaub verlängern möchten, sollten dies frühzeitig bei ihrem Arbeitgeber ansprechen und am besten eine Vereinbarung abschliessen. Auf Mamagenda ist eine Vorlage für eine Vereinbarung über den Wiedereinstieg verfügbar. Mitglieder der Angestellten Schweiz können sich bei Fragen auch an den Rechtsdienst des Verbandes wenden.

Neben den arbeitsbezogenen sollten noch weitere Dingen vor der Geburt des Kindes geregelt werden. Es empfiehlt sich zum Beispiel, das Baby noch vor der Geburt bei einer Krankenkasse anzumelden, auch wenn dies bis zu drei Monate nachher noch möglich ist (wobei die Prämien dann nachzuzahlen sind). Nur drei Tage Zeit haben Eltern, um ihr Kind beim zuständigen Zivilstandsamt anzumelden. Dazu brauchen sie folgende Dokumente: Familienbüchlein, Wohnsitzbestätigung, Ausweis zur Identifikation und Geburtsurkunde.

Ein letzter wichtiger Punkt, der vor der Geburt zu planen ist, betrifft die Betreuungsmöglichkeiten. In gewissen Regionen sind nur wenige Krippenplätze verfügbar. Man ist also gut beraten, einen Platz im Voraus zu reservieren – am besten schon zum Beginn der Schwangerschaft.

Mit diesen Informationen ist die künftige Mama gut für die Zukunft mit dem Kind vorbereitet. Nun gilt es nur noch, einen Vornamen für das Baby zu finden und das Kinderzimmer einzurichten.

Virginie Jaquet

Freitag, 17. Feb 2017

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